EU-Energiekommissar Günther Oettinger träumt vom deutschen Energieriesen!

EU-Kommisar Oettinger

EU-Kommissar Günther Oettinger

In Deutschland gibt es RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW sowie ca. 900 Stadtwerke und Stadtwerkezusammenschlüsse, die einen eher dezentral orientierten Gegenpol zu den vier großen Energieversorgern darstellen.
Oettinger sagte nun der Rheinischen Post: “Bei allem Respekt vor Eon und RWE: Im Weltmaßstab sind beide nur Regionalliga”.

Oettingers Vorstellung für RWE und E.ON ist die Fusion und weiter erklärt er der Rheinischen Post: “Will Deutschland in der Weltliga mitspielen, die von Konzernen wie Exxon, Chevron oder Gazprom dominiert wird, brauchen wir einen nationalen Player von entsprechender Größe”.
Dies solle ein Schritt sein, um das Gewicht der deutschen Energiewirtschaft im weltweiten Wettbewerb zu stärken. Darüber hinaus könne sich auch zusätzliches Wachstum und Stärke aus einer engeren Verzahnung mit Stadtwerken und Kommunen in Deutschland ergeben.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger träumt vom deutschen Energieriesen!

Diese Träumereien ergreifen nicht nur Politiker, sondern auch Banker, Firmenlenker, Großaktionäre, Aufsichtsräte, etc.

Einmal ein deutsches Unternehmen mit bei den globalen Spielern am Poker-Tisch.

Als 1995 Edzard Reuter den Vorstandsvorsitz der Daimler-Benz AG aufgeben musste und als sein Nachfolger Jürgen Erich Schrempp bestellt wurde offenbarte dieser den Abschied von Reuters Konzept eines „integrierten Technologiekonzerns“ und begann stattdessen, allein das Autogeschäft wieder in seinen Mittelpunkt zu rücken.

Mit dem Verkauf des bis dahin breit aufgestellten Konzerns versuchte Schrempp den Zusammenschluss der Daimler-Benz AG und dem US-amerikanischen Automobil Konzern Chrysler zu DaimlerChrysler zu finanzieren. Er setzte schließlich noch zusätzlich Beteiligungen des Konzerns an den asiatischen Autoherstellern Mitsubishi Motors mit 37 % und Hyundai Motor Company mit 10 % durch.

Mit einem weltumspannenden Konzern, gelenkt von Schrempp, erhoffte sich Schrempp die Spitze der Automobilindustrie zu erreichen.
Alle beteiligten Konzerne verloren fast gleichzeitig an Aufträgen, der Niedergang war unausweichlich und zum Schluss trennten sich die Konzerne unter riesigen Verlusten.

Ähnlich ergeht es heute der Telekom als Weltspieler auf dem US-amerikanischen Markt. Deutsche Banken haben in der Finanzkrise Milliardenwerte an Immobilienpapieren aus den USA verloren und sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen.

In Wahrheit sind nicht unbedingt die deutschen Industrieriesen das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sondern die mittelständische Industrien.

Vielleicht sollten das einmal unsere Politiker in Ländern, Bund und EU bedenken, warum muß man immer in der Weltliga sein, wir brauchen in Deutschland nicht einen Monopolisten sondern viele kleine effiziente Energieversorger.

Und in der Politik brauchen wir keine Visionäre, die sich am Pokertisch der Welt gern sehen, sondern Menschen, die mit beiden beinen auf der Erde stehen.

HB

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top