Deutsch-französische Allianz für Unterwasser-Technologien

Meeresforschung/Foto: HB

Vertreter des AWI, des Marum, des CNRS und des Ifremer unterzeichneten am 16. Dezember 2011 einen Vertrag über die Gründung einer Europäischen Forschungsgruppe (GdRE), deren Ziel darin besteht, die Kompetenzen von Ingenieuren, Technikern und Wissenschaftlern aus diesen vier Instituten im Bereich der Unterwasser-Technologien für die Meereswissenschaften zu vereinen und auszubauen.
Aufgabe der GDRE ist es, deutsche und französische Institute zusammenzuführen, die auf dem Gebiet der Meeresforschung und der Unterwasser-Technologien international anerkannt sind:

  • Das AWI (Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung) forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastrukturen wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die nationale und internationale Wissenschaft zur Verfügung. http://www.awi.de
  • Das MARUM (Zentrum für Marine Umweltwissenschaften) entschlüsselt mit modernsten Methoden und eingebunden in internationale Projekte die Rolle des Ozeans im System Erde – insbesondere im Hinblick auf den globalen Wandel. Es erfasst die Wechselwirkungen zwischen geologischen und biologischen Prozessen im Meer und liefert Beiträge für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane. Das MARUM umfasst das DFG-Forschungszentrum und den Exzellenzcluster „Der Ozean im System Erde“. http://www.marum.de
  • Aufgabe des CNRS (französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung) – über eines seiner zehn nationalen Institute – das INSU (französisches Institut für Weltraumwissenschaften) – ist die Koordinierung und der Ausbau der Forschung auf nationaler und internationaler Ebene in den Planeten- (Ozean, Atmosphäre, Eis, Oberflächen und kontinentale Schnittstellen) und den Weltraumwissenschaften (Astronomie und Astrophysik). http://www.insu.cnrs.fr
  • Das Ifremer (französisches Forschungsinstitut zur Nutzung der Meere) trägt zu einem besseren Verständnis der Ozeane und seiner Ressourcen bei. Ihm kommt eine große Bedeutung bei der Entwicklung von Meeres- und Unterwasser-Technologien zu (mehr als 100 Ingenieure und Techniker arbeiten in diesem Bereich). Das Ifremer geht ebenfalls zahlreiche industrielle, europäische und internationale Partnerschaften in diesem Bereich ein. http://wwz.ifremer.fr

Die Ziele der GdRE sind:

  • Kurzfristig (1-3 Jahre): Förderung der Interoperabilität von Unterwasser-Systemen der verschiedenen Mitglieder der GdRE durch: einen vereinfachten Austausch von Forschungsschiffen, Technologien und Nutzlasten bei den unbemannten Unterwasserfahrzeugen (AUV – Autonomous Underwater Vehicles), den ferngesteuerten Tiefseerobotern (ROV – Remotely Operated Vehicles) und den Meeresboden-Observatorien; eine Teilung der Betriebs- und Investitionskosten; eine kollektive Beteiligung an den wichtigsten europäischen Programmen im Bereich Ozeanographie (Hermione [1], Esonet Noe [2], EMSO [3], Eurofleets [4]…). Die ersten gemeinsamen Projekte zielen auf die Entwicklung einer neuen Generation von ferngesteuerten Tiefseerobotern (H-ROV – Hybrid Remotely Operated Vehicle) und einer hochauflösenden 3D-Kamera ab.
  • Mittelfristig (4-5 Jahre): enge Zusammenarbeit mit den zuständigen nationalen und europäischen Behörden bei Projektausschreibungen auf dem Gebiet der Unterwasser-Technologien, um in den kommenden Jahren mehrjährige Finanzierungen für neue Themen (mineralische Ressourcen, Biodiversität, Unterwasser-Seismologie …) zu mobilisieren. Ein besonderer Schwerpunkt wird auch ein intensiviertes Austauschprogramm für Studenten und Post-Doktoranden zwischen den vier Instituten sein.
  • Langfristig (über 5 Jahre): Beitrag zum Ausbau und zur Erhöhung der Strahlkraft (der wissenschaftlichen Ziele, Visionen, Organisation) des Europäischen Zentrums für Unterwasser-Technologien, dessen Sitz in La Seyne-sur-Mer (Frankreich) in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 am Centre Ifremer Méditerranée eröffnet wird.

[1] Hermione – Weitere Informationen zum Hermione Projekt unter: http://www.eu-hermione.net
[2] Esonet Noe – Weitere Informationen zum Esonet Noe Projekt unter: http://www.esonet-noe.org
[3] EMSO – Weitere Informationen zum EMSO Projekt unter: http://www.emso-eu.org/management
[4] Eurofleets – Weitere Informationen zum Eurofleets Projekt unter: http://www.eurofleets.eu/np4/home.html

Kontakt:
– Marion Le Foll oder Johanna Martin, Ifremer – Tel: 0049 (0)1 46 48 22 42/40 – E-Mail: presse@ifremer.fr

Quellen:
– Pressemitteilung des CNRS/INSU http://www2.cnrs.fr/presse/communique/2385.htm
– Pressemitteilung des Ifremer http://wwz.ifremer.fr/institut/content/download/53662/761046/file/11_12_19_CP_GDRE.pdf
Redakteurin: Myrina Meunier, myrina.meunier@diplomatie.gouv.fr

PM: Marie de Chalup
Wissenschaftliche Abteilung
Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

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