Atomstrom ist offenbar nicht zu teuer für Ministerpräsident Mac-Pom

Grafik: HB

Laut einem Artikel auf NDR 1 Radio MV hat sich die Landesregierung für das Datenverarbeitungszentrum (DVZ) in Schwerin vom Vorhaben des Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), der Energiewende und dem Ökostrom Vorrang zu geben, bereits wieder verabschiedet.

Das Datenverarbeitungszentrum ist das zweitgrößte landeseigene Unternehmen und will nach Angaben des NDR1 Radio MV den „kostengünstigen herkömmlichen“ Strom aus Kohle-, Braunkohle- und Atomkraftwerken europaweit über eine Ausschreibung einkaufen.

Oberstes Einkaufkriterium ist der niedrige Preis. – Hierbei können wir vermuten, dass das DVZ schon als Großverbraucher von der EEG-Umlage befreit ist und so doppelten Nutzen aus der Energiewende herausträgt, indem es nicht daran teilnimmt und alle Lasten die hieraus entstehen auf den Normalbürger verteilt.

In diesem Zusammenhang scheint es auch gerechtfertigt, dass Kanzlerin Merkel von einem harten Jahr für das Volk spricht.
Kein Politiker oder ihnen nahestehender Ökonom hatte die Finanzblase vorausgesehen, weil diese Stimmen jedoch da waren, wurden sie einfach negiert.
Zu hoffen bleibt, dass auch dieses Mal die vorherrschende Meinung der Politik falsch liegt, man scheint ja auch dazu geneigt – alles dafür zu tun.

Hatte nicht Erwin Sellering im Mai 2011 angekündigt die Energiewende zur Chefsache zu machen? Doch Mecklenburg-Vorpommern bezieht weiterhin seinen Strom auch aus Atomkraftwerken, so ist das mit den Versprechen bzw. Versprechern unserer Staatsdiener.

Es geht um die Größenordnung von 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom, die das DVZ für das Jahr 2013 bestellen will.

Noch im Juli 2011 hatte der zuständige Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) einen Kurswechsel angekündigt: „Von 2012 an werde das Land nur noch Ökostrom beziehen.“ Der Kurswechsel ist ein Kurz-Wechselschluß geworden.

Laut NDR habe sich auch der Regierungssprecher Andreas Timm (SPD) zum Fall des DVZ geäußert, indem er zu erklären versuchte, auch das Datenverarbeitungszentrum werde in Zukunft diesem Beispiel folgen. „Wir haben mit dem Unternehmen gesprochen.“  Was denn!?

Zitat: „Viel wichtiger sei jedoch, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien zügig voran komme“ und dass das Land seinen Strombedarf möglichst bald vollständig aus erneuerbaren Energien decken könne. … Doch wer wird den Umbau bezahlt haben?

„Dann stelle sich eine solche Fragen gar nicht mehr“, so Timm.  Welche Frage?

Das DVZ muß dann den Ökostrom abnehmen, ob es will oder nicht? – Oder die Frage der Glaubwürdigkeit von Politikern, welche gleichzeitig in Aufsichtsräten sitzen und so entscheiden wie die landeseigenen Betriebe die Umsetzung ihrer Ziele verwirklichen?

Die Frage scheint doch einmal mehr eine religiöse zu sein, vom Wasser predigen und selbst den Wein saufen, also eine Glaubensfrage.

Bemerkenswert ist auch die Einigkeit innerhalb einer Partei, – diejenigen einer Partei in der Opposition, wie bundesweit nun die SPD mit ihrem ehemaligen so notwendigen Beauftragten für Popkultur Sigmar Gabriel, seines Zeichens nun aufgestiegen zum SPD-Parteivorsitzenden, verurteilen die Bundespolitik für ihren halbherzigen Atomausstieg, sehen das natürlich alles auf Landesebene anders, wenn sie dort die Zügel in der Hand halten.

Vielleicht dämmert es uns nun warum Merkel von einem harten Jahr spricht, beruhigend ist nur, die Realität hat mit den Worten von Politikern wenig zu tun.

In diesem Sinne ein Gutes Neue Jahr für alle die wirklich die Energiewende wollen.

HB

Quelle u.a. NDR1 Radio MV

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