Holz verantwortungsvoll nutzen!

Die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe leistet einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Holz findet dabei vielfältige Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Bauen, Wohnen, Modernisieren, dem Transport- und Verpackungswesen. Der Bereich Forst und Holz umfasst rund 1,2 Mio. Arbeitsplätze mit einem Jahresumsatz von fast 168 Mrd. Euro.

Die zunehmende Verwendung von Holz im energetischen Bereich führt zu einer Holzverknappung und gefährdet Arbeitsplätze. Der VHI fordert, die politischen Weichen neu zu stellen, um die zunehmende Konkurrenz zwischen stofflicher und energetischer Verwertung zu entschärfen. Dazu gehört die verstärkte Kaskadennutzung von Holz und der Stopp der bisherigen Förderung und Subvention der Verbrennung stofflich nutzbarer Holzsortimente.

Zahlreiche Studien und Berechnungen haben ergeben, dass in Deutschland der Holzzuwachs im Wald fast vollständig genutzt wird. Durch immer mehr Kraftwerke, die ans Netz drängen, wird sich schon 2020 eine Deckungslücke von rund 30 Mio. Kubikmeter Holz in Deutschland auftun. In Europa werden es rund 430 Mio. Kubikmeter Holz sein. Daher fordert der VHI zu einem Umdenken auf: Holz verantwortungsvoll nutzen!

Holz ist der wichtigste Rohstoff, über den wir verfügen. Allerdings auch ein Rohstoff mit knappen Ressourcen. Neben der stofflichen Verwertung (Bauen, Einrichten, Wohnen u.a.) ist in den letzten Jahren die energetische Verwendung getreten – prinzipiell eine gute Entwicklung.

Doch durch einseitige, nicht koordinierte staatliche Subventionen wird immer mehr Holz, das jahrzehntelang unter forstlicher Fachkunde im Wald herangewachsen ist, direkt als „Biomasse“ verbrannt. Das vernichtet erhebliche Wertschöpfungsmöglichkeiten.

Unsere Initiative fordert daher, im Sinne der Verantwortung einer nachhaltigen Nutzung von Wald und Holz, vor der energetischen Entwertung die stoffliche Verwertung von Holz zu fördern und damit in der Holzwirtschaft vom Tischler über die Holzwerkstoffindustrie bis zum Altholzrecycling Tausende von Arbeitsplätzen zu sichern.
Nicht alles gleich verheizen, was brennt

Der VHI begrüßt eine grundlegende Wende in der Energiepolitik, weist jedoch darauf hin, dass Holz bereits jetzt sechs Prozent des Wärmebedarfs und zwei Prozent des Strombedarfs liefert. Mehr sei nach wissenschaftlichen Studien nicht machbar. Auf Grund der zunehmenden Konkurrenz zwischen der stofflichen und energetischen Holznutzung wird der Rohstoff Holz knapp – mit erheblichen Folgen für die Wirtschaftsentwicklung.

Dr. Sauerwein: „Inzwischen besteht in der Politik ein Konsens, dass die Kaska­den­nutzung von Holz, also die stoffliche vor der energetischen Verwertung, der Königsweg ist. Mit der EEG-Novellierung hat sie nun die beste Chance, diesen Konsens auch gesetzlich zu fixieren.“

Das Umweltbundesamt (UBA) fordert ein Umdenken beim Einsatz von Biomassen und die Etablierung der Nutzungskaskade. Langfristig sollen weltweit alle Biomassen nachhaltig angebaut, verarbeitet und eingesetzt werden. “Ja zur Biomasse, aber nicht auf Kosten von Biodiversität und Klimaschutz” ist die Richtschnur. Nachzulesen sind die Forderungen in  der neuen Langfriststrategie für den nachhaltigen Einsatz von Biomasse, die Deutschlands zentrale Umweltbehörde jetzt veröffentlichte. Ein wesentlicher Baustein darin ist die Mehrfachnutzung von Biomassen vor der energetischen Nutzung.

Die Dessauer Behörde schreibt: “Biomasse wird heute vorwiegend direkt zu Strom, Wärme und Kraftstoff umgewandelt. Biomasse ist aber eine knappe Ressource, daher sollten Nachwachsende Rohstoffe wie zum Beispiel Holz oder Pflanzenöle zunächst stofflich – also zur Herstellung von Produkten – genutzt werden. Anstelle des heute vorherrschenden Anbaus von Biomasse zur direkten Umwandlung in Bioenergie sollte daher künftig die Nutzungskaskade etabliert werden.”
Umweltbundesamt greift Forderungen der Initiative auf

Ihre konkreten Schlussfolgerungen formulieren die unabhängigen Umweltforscher wie folgt:

“Erst nach einer Mehrfachnutzung werden die Abfall- und Reststoffe für die Energiegewinnung eingesetzt. So sollte zum Beispiel Holz zuerst stofflich in Form von Möbeln oder Bauholz verarbeitet werden, mithin im Sinne der Nutzungskaskade als Ausgangsmaterial für die Holzwerkstoffindustrie Verwendung finden, und erst danach energetisch genutzt werden.”

“Bioenergie kann nur dann sinnvoll sein, wenn deutlich weniger Treibhausgase entstehen als bei fossilen Energieträgern und keine Nachteile für die Umwelt auftreten.“ sagt Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes.

Die vollständige Pressemitteilung zum UBA-Forschungsprojekt Bio-global kann in der Rubrik “Presse” aufgerufen werden.

Holzprodukte schützen das Klima

Die stoffliche Holznutzung wirkt sich in zweierlei Hinsicht positiv auf unser Klima aus: durch den Substitutionseffekt und durch die Kohlenstoffspeicherung. Dagegen ist die energetische Holznutzung lediglich “nahezu klimaneutral”.

Substitutionseffekt:

Holzprodukte substituieren

  • 1. andere Produkte, deren Herstellung mehr CO2-Emissionen verursacht. An ihrem Lebensende können Holzprodukte
  • 2. energetisch genutzt werden und somit nochmals fossile Brennstoffe ersetzen.

Kohlenstoffspeicherung:

Holzprodukte stellen für die gesamte Zeit ihrer Nutzungsdauer einen CO2-Speicher dar, d.h. in ihnen lagert der Kohlenstoff aus der Photosynthese der Bäume. Schätzungen in zahlreichen Studien gehen von einer weltweiten Zunahme des jährlichen Kohlenstoffspeichers in Holzprodukten bis zu 139 Mio. t Kohlenstoff (C) aus. Rund 510 Mio. t CO2 bleiben der Atmosphäre nach dieser Berechnung jährlich erspart und bedeuten einen Zeitgewinn im globalen Kampf gegen den Klimawandel.
In Deutschland sind aktuell schätzungsweise 334 Mio. t C in Holzprodukten gespeichert. Das entspricht 1,22 Mrd. t CO2.
Für die Jahre 1990 bis 2005 wurde errechnet, dass durch einen steigenden Holzeinsatz vor allem beim Bauen, Modernisieren und Einrichten (Schnittholz und Holzwerkstoffe) jedes Jahr zwischen 3,4 und 6,7 Mio. t C zusätzlich gebunden wurden (also bis zu 24,6 Mio. t CO2).

Der Speicher vergrößert sich also insgesamt, was bei einer energetischen Nutzung nicht der Fall ist.

Langfristig hat nur eine dauerhafte Steigerung der stofflichen Verwendung eine positive Wirkung auf das Klima. Gerade im Baubereich besteht noch ein hohes Potenzial in Deutschland; hier liegt der Holzhausanteil erst bei rund 17%, in Nordamerika > 85% und in Skandinavien > 90%.

Quelle: Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e. V. (VHI) & Initiative Holz verantwortungsvoll nutzen

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One thought on “Holz verantwortungsvoll nutzen!

  1. Holz ist unglaublich wichtig für den Menschen, für die Wirtschaft und auch für die Natur.
    Es gibt wohl kaum einen Rohstoff, der ähnlich vielseitig und nachhaltig eingesetzt werden kann wie das Holz.
    Und theoretisch hat man “genug” davon.
    Deutschland hat ausreichend Flächen um Wälder als Gebiete für den Anbau von Hol zu nutzen und damit die Chance die Erhaltung von Holz als Rohstoff zu sichern.
    Zudem ist Holz nicht schädliche, kann also unbedenklich angebaut und auch verwendet also verarbeitet werden.
    Allerdings sollte nicht nur Profit orientiert gedacht werden, denn auch für die Natur spielen Bäume eine entscheidene Rolle.
    Als einen entscheidenen Punkt sei nur allein die “Reinigung” der Luft zu benennen.

    Also setzten sie auf den Rohstoff Holz!

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