Pumpspeicherkraftwerk auf Abraumhalden, ein Vermächtnis der Ruhrkohle

Auf der Halde Sundern lassen RAG und RWE mit einer umfangreichen Machbarkeitsstudie jetzt untersucht, inwieweit sich die Bergehalde Sundern als Standort für ein geplantes Kombikraftwerk aus Pumpspeicherkraftwerk und Windkraftanlagen eignet. Auftraggeber der Studie sind die in Essen ansässigen Unternehmen RAG Montan Immobilien und RWE Innogy.

„Im Fokus der Studie steht die wirtschaftliche und technische Machbarkeit dieses integrativen Energiekonzeptes, das auf Basis von Wind und Wasser Strom bedarfsgerecht, also auch 24 Stunden am Tag, zur Verfügung stellen kann. Wir brauchen dringend derart intelligente Konzepte, um die natürlichen Schwankungen der Windenergie auszugleichen. Ansonsten stoßen wir mit dem Wachstum der Erneuerbaren bald an netztechnische und ökonomische Grenzen.“ Erklärt Dr. Olaf Heil, Leiter des Bereichs Wasserkraft und Neue Technologien bei RWE Innogy.

„Die Beauftragung der Machbarkeitsstudie ist ein erster Schritt zum ‚Energiepark Halde Sundern”, denn Erarbeitung und anschließende Bewertung der Studie sind entscheidend für den Fortgang des Pilotprojekts. Mit dem Projekt ‚Energiepark Halde Sundern” möchten wir neue und innovative Wege im Rahmen der Folgenutzung von Bergbaulandschaften beschreiten.“ erläutert Dipl.-Ing. Michael Obst, Projektleiter der RAG Montan Immobilien.

Da das Projekt auch in anderen Städten auf großes Interesse stößt, dienen die Erkenntnisse aus der Machbarkeitsuntersuchung darüber hinaus auch zur Information und Beteiligung der Bürger vor Ort und auch als Entscheidungsgrundlage für kommunalpolitische Beschlüsse.

Ein Auftragnehmerkonsortium aus den Firmen BCE Björnsen Beratende Ingenieure (Dortmund), dem Ingenieurbüro Ahlenberg (Herdecke) sowie dem Energiewirtschaftlichen Lehrstuhl der Universität Duisburg-Essen wird die Machbarkeitsstudie durchführen. Erste Ergebnisse sollen bereits im Dezember dieses Jahres vorliegen.

Hintergrund: Energiepark Halde Sundern
Bei dem geplanten Kombikraftwerk soll der Windstrom in Zeiten hohen Windaufkommens das Wasser des Pumpspeicherkraftwerkes von einem tiefliegenden See in einen See auf der rund 50 Meter hohen Abraumhalde pumpen. In Zeiten hoher Stromnachfrage wird das Wasser über eine Turbine, welche Strom erzeugt, wieder in den unteren See abgelassen. Das Speicherseevolumen kann voraussichtlich bis zu 600.000 Kubikmeter umfassen. Das entspricht etwa dem Speichervolumen von rund 75.000 Autobatterien (Mittelklasse). Das Pumpspeicherkraftwerk soll insgesamt eine Leistung von bis zu 15 Megawatt bereitstellen.

Pilotstandort Halde Sundern

Bei positivem Ergebnis könnte die Halde Sundern nahe Hamm-Pelkum Pilotstandort sein. Bei dem geplanten Kombikraftwerk soll der Windstrom in Zeiten hohen Windaufkommens das Wasser des Pumpspeicherkraftwerkes aus einem See am Fuß der Halde ins Oberbecken pumpen, das dann als riesiger Energiespeicher dient. In Zeiten hoher Stromnachfrage wird das Wasser über eine Turbine,
die nun ihrerseits den Strom erzeugt, wieder in den unteren See abgelassen.

Quellen: www.rag-montan-immobilien.de, www.rwe.com

Bild: RWE Innogy

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