NRW – Hanning & Kahl – Von der Straßenbahn zum Windrad

Innovationen sind der entscheidende Antrieb für Hanning & Kahl. Das in Oerlinghausen nahe Bielefeld ansässige Unternehmen ist weltweit bekannt für Bremssysteme und Sicherheitstechnik bei Schienenfahrzeugen. Bereits im Jahr 1928 lieferte es erstmals Schienenbremsen für Straßenbahnen. 1937 kamen Weichenantriebe und -steuerungen dazu. Seit 1996 ist Hanning & Kahl auch Spezialist für sichere Mikroprozessorsteuerung.

Als ein Unternehmen, das vorwärts denkt, hat es sich auch längst mit erneuerbaren Energien befasst. Im Jahr 2003 gehen bei Hanning & Kahl elektromechanische Bremseinheiten für Windenergieanlagen in Serienproduktion. Damit platziert die Firma eine bedeutende technische Neuerung auf dem Markt. Bis dahin werden hydraulische Bremsen als die zweckmäßige Standardlösung für Windkraftturbinen verwendet. Inzwischen hat sich die Innovation der elektromechanischen Bremse als Komponente in zahlreichen Windenergieanlagen etabliert.

„Wir haben nach neuen Wachstumsmärkten gesucht. Da ist es logisch, dass wir auf die erneuerbaren Energien gekommen sind“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Helas. „In diesem wichtigen Bereich wollten wir unser Know-How einbringen.“ Das Unternehmen beschäftigt am Stammsitz Oerlinghausen sowie bei der Tochterfirma in Berlin insgesamt 380 Mitarbeiter. Weitere zwei Kollegen sind in der Niederlassung in Nordamerika vertreten.

In Oerlinghausen ist ganz unabhängig von allen Abteilungen ein Innovationsteam tätig. Es besteht aus vier Fachkräften, die den Auftrag haben, Ideen für neue Märkte aufzuspüren und dafür erste Konzepte auszuarbeiten. „Innovation ist bei uns nicht nur Chefsache“, betont Helas. „Das Innovationsteam hat die Lizenz zum Spinnen. Da kommt einiges bei raus, das hat sich schon erwiesen“, erklärt der Geschäftsführer überzeugt. Beim Thema Windkraft hat sich das längst gezeigt. 30 Mitarbeiter sind bereits in dem neu entstandenen Geschäftsbereich „Industriesysteme“ tätig.

Wo der Wind für Energie sorgt, ist auch die Bremskraft von zentraler Bedeutung. Denn bei einem Windrad müssen die Rotoren sicher gebremst werden können, um vor Überdrehung zu schützen und auch um die Anlage für Wartungszwecke zum Stillstand zu bringen. Für die Gondel sind ebenfalls Bremssysteme erforderlich. Die Azimutantriebe fahren die Gondel in den Wind. Die Azimutbremse stoppt diese Antriebe kontrolliert. Für all diese Zwecke liefert Hanning & Kahl die passenden Bremssysteme. Doch wollte das Unternehmen nicht einfach nur als irgendein zusätzlicher Mitbewerber auftreten, sondern den Bereich gleich weiter voran bringen und brachte deshalb die Neuerung der elektromechanischen Bremse auf den Markt.

Diese bietet entscheidende Vorteile für die Windkrafträder, denn sie vereinfacht den Betrieb der Anlagen erheblich. Bestimmte Wartungsarbeiten, die für den störungsfreien und sicheren Betrieb hydraulischer Bremssysteme erforderlich sind, entfallen: der regelmäßige Ölwechsel, der Austausch der Hydraulikschläuche und die Systementlüftung. Keine Verwendung und Entsorgung von Öl mehr – das macht die elektromechanischen Bremsen besonders umweltfreundlich. Energiesparsam und damit wirtschaftlicher sind sie, weil sie durch ihre spezifische Konstruktion das energielose Halten der aufgebrachten Bremskraft ermöglichen. Zudem arbeiten elektromechanische Bremsen auch bei extremen Temperaturen störungsfrei.

Mit seinem Engagement und der Entwicklung von wichtigen Innovationen trägt Hanning & Kahl maßgeblich zum Erfolg des Windenergie-Landes NRW bei. Die Zeichen stehen eindeutig auf Wind in NRW. Der weitere Ausbau der Windenergie als tragende Säule der erneuerbaren Energien ist primäres Ziel der Landesregierung. Der Anteil an der Stromversorgung soll von heute nur drei Prozent auf 15 Prozent bis zum Jahr 2020 steigen. In NRW ermöglichen die Entwicklung und der Einsatz innovativer Windkrafttechnologie nicht nur entscheidende Schritte auf dem Weg zu mehr Klimaschutz und weniger Energieabhängigkeit. Die Windenergie ist auch eine wichtige Zukunftsbranche für den Industriestandort. In dem Bundesland ist die Zuliefererindustrie mit mehr als 400 Firmen der weltweiten Windbranche zu Hause. Derzeit arbeiten circa 10.000 Menschen an Rhein und Ruhr für die Windenergie. Das Thema wird vertreten durch die EnergieAgentur.NRW und das von ihr gemanagte Netzwerk Windkraft.

www.windkraft.nrw.de

Pressemitteilung der EnergieAgentur.NRW

 

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