Internationale Nachhaltigkeits-Kriterien für Bioenergie stehen

Nach drei Jahren intensiven internationalen Verhandlungen liegen erstmalig umfassende Nachhaltigkeitsindikatoren für Bioenergie auf globaler Ebene vor. Das meldet das Öko-Institut welches zusammen mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) die Erarbeitung der Indikatoren, die Ende Mai im Rahmen der Global Bioenergy Partnership (GBEP) in Washington DC beschlossen wurden, wissenschaftlich unterstützt und begleitet hat.

„Die 24 Indikatoren, die im zwischenstaatlichen Konsens erarbeitet wurden, stellen einen wichtigen Schritt auf dem Weg der nachhaltigen Nutzung der Bioenergie dar“, erläutert Uwe R. Fritsche, Projektleiter am Öko-Institut die Bedeutung der erzielten Vereinbarungen. „Die Nachhaltigkeitsanforderungen umfassen die Felder Treibhausgasemissionen, Biodiversität, Nahrungsmittelpreise und -verfügbarkeit, Zugang zu modernen Energieformen, Energiesicherheit und ökonomische Entwicklung. Diese Indikatoren sind zwar nicht rechtlich verpflichtend, haben aber Leitfadencharakter für künftige nationale Bioenergiestrategien.“

Die Indikatoren sollen Regierungen zentrale Anhaltspunkte geben, ob nationale Politiken, Programme und Projekte zur Bioenergie nachhaltig sind. Erstmals gebe es nun solche gemeinsam zwischen Industrie- und Entwicklungs- sowie Schwellenländern entwickelten Prüfkriterien, die wesentlich umfassender sind als beispielsweise die verpflichtenden Nachhaltigkeitsanforderungen für Biokraftstoffe in Europa. Diese berücksichtigen nach Aussage des Öko-Instituts lediglich Treibhausgase, Biodiversität, kohlenstoffreiche Flächen und die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft in der EU. Die Anforderungen der Europäischen Union gelten zudem nur für flüssige Bioenergieträger.

Mit der gefundenen Einigung geht die Arbeit der GBEP in eine neue Phase. In den nächsten Jahren soll die GBEP das so genannte „Capacity Building“ unterstützen, um die Anwendung bzw. Implementierung der Indikatoren auf nationaler Ebene weltweit zu fördern. Ein entsprechendes Arbeitsprogramm der GBEP wurde ebenfalls in Washington DC beschlossen. „Diese Arbeit wird von der deutschen Regierung weiter begleitet und auch das Öko-Institut wird hier mit seiner wissenschaftlichen Expertise zur nachhaltigen Bioenergienutzung Ansprechpartner und Berater bleiben“, erklärt Fritsche die nächsten Schritte auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. „Zudem arbeiten wir weiter intensiv an den noch offenen Fragen der indirekten Effekte des Anbaus von Bioenergieträgern.“

http://www.oeko.de

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