Die Zukunft der Energieversorgung – Hybrid-Kraftwerke?

Die Entwicklung neuer Kraftwerkskonzepte ist eine große Herausforderung für die internationale Energieforschung. In den Industrieländern steht dabei primär im Fokus, den – weitgehend konstanten – Energiebedarf langfristig zu decken und Schritt für Schritt durch nachwachsende Energieträger zu ersetzen. Bei globaler Betrachtung hingegen stellt sich ein ganz anderes Bild dar.

Vorweg: Deutschland nimmt international gesehen eine Sonderstellung ein. Der Anteil erneuerbarer Energien ist für ein Land ohne große natürliche Ressourcen wie die Wasserkraft außergewöhnlich hoch. Des Weiteren sind die Recyclingstrukturen der Abfallwirtschaft in Deutschland und auch in der Schweiz weltweit die Ausnahme.

In vielen Schwellen- und Entwicklungsländern dagegen führen die wachsende Bevölkerung und das mit der Globalisierung einhergehende Wirtschaftswachstum zu einer ständig steigenden Nachfrage nach Energie. Höherer Wohlstand bedeutet (bislang) immer auch einen höheren Pro-Kopf-Energiebedarf.

Steigender Energiebedarf in Schwellen- und Entwicklungsländern

Die Geburtenraten der letzten Jahre sind bekannt und der daraus zu errechnende zukünftige Energiebedarf der Weltbevölkerung für die nächsten 20 bis 30 Jahre lässt sich mit den bisherigen Energieansätzen nicht mehr decken. Sollte jetzt nach den Erfahrungen von Japan auch noch die Nutzung der Kernenergie zurückgeschraubt werden, stellen sich folgende Problematiken dar:

– Der Ausbau von intelligenten Stromnetzen und Speicherkapazitäten wird enorm hohe Summen verschlingen und viele Länder finanziell überfordern; insofern ist ein flächendeckender Einsatz von erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind rein infrastrukturtechnisch kurzfristig nicht möglich.

– Die Planungszeiten von Großkraftwerken jeglicher Bauart dauern viel zu lange, sie sind technisch sehr anspruchsvoll und viel zu kostspielig, um in den nächsten Jahren in ausreichender Zahl installiert werden zu können.

Leider bleibt auch festzuhalten, dass die Bemühungen in Deutschland und wenigen anderen Ländern global keinen Einfluss haben werden, solange sich ein Großteil der Weltbevölkerung mit Strom aus Dieselgeneratoren versorgt und den Abfall ungeklärt ins Meer kippt oder auf Deponien entsorgt.

Virtuelle Kraftwerksteuerung vernetzt Sonne, Wind, Wasser und Biomasse

Genau hier setzt das AUTARK-Konzept an. Es basiert auf Kleinverbrennungsanlagen für Biomasse und selektierte Abfallstoffe und stellt ein modulares System dar, das innerhalb der nächsten zwei Jahre als schlüsselfertige Container-Lösung weltweit zum Einsatz kommen soll, wobei die verwendeten Industriekomponenten einen exportfähigen Preis gewährleisten. Über eine virtuelle Kraftwerkssteuerung kann es zudem mit anderen Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser vernetzt werden. Ziel ist es, Schwellen- und Entwicklungsländer mit Elektrizität sowie Wärme, Kälte und Trinkwasser zu versorgen, was bei Bedarf – beispielsweise, wenn kein öffentliches Stromnetz zur Verfügung steht – auch im Inselbetrieb möglich ist.

Lesen Sie weiter: Hybrid-Kraftwerke (PDF-Datei)

www.netzwerk-autark.de
AGIT mbH – Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer

Julien Uhlig

 

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